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1. ERSTE SIEDLUNG BIS ZUR GRÜNDUNG DER POLIS
2.
DIE HELLENEN BESIEDELN GRIECHENLAND
3.
DIE KÖNIGE ATHENS
4.
VON SOLON BIS KLEISTHENES
5. DAS FÜNFTE JAHRHUNDERT VOR CHRISTUS
6.
PERIKLES
7. THEATER IN ATHEN IM 5. JAHRHUNDERT VOR CHR.
8. DEMOKRATISCHE RECHTE NICHT FÜR ALLE
9.
DAS ZEITALTER DES HELLENISMUS
10.
BERÜHMTE BAUWERKE  ATHENS
11.
GESCHICHTE ATHENS VON ROM BIS HEUTE
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URBS AETERNA?
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

I.    ERSTE SIEDLUNG BIS ZUR GRÜNDUNG DER POLIS
 


 
 
 

Nur dürftige Zeugnisse sprechen dafür, dass schon gegen Ende der Altsteinzeit Menschen in Griechenland lebten. Vielleicht gelang ihnen von selbst der grosse Schritt zur Kultur der Jungsteinzeit, doch eher ist anzunehmen, dass der Zuwachs an geistigen und materiellen Gütern im 5 und 4. Jahrtausend vor Christus Einwanderern aus dem Vorderen Orient zu verdanken ist. Diese Leute, wer immer sie auch gewesen sein mögen, sind durch die Reste ihrer Tongefäße nachweisbar; zwar wanderten sie zum Teil noch mit ihren Schafherden, doch sie bebauten auch den Boden. Im 3. Jahrtausend v. Chr . bewohnten sie schon rechteckige Häuser mit einem Herd im Innern, und es dauerte nicht mehr lange, bis sich auf dem Hügel von Tiryns die erste Festungsmauer erhob. Die Bevölkerung Griechenlands war gewiss nicht einheitlich, doch nennt man sie allgemein "ägäisch", ihre Kultur "helladisch". Aus ihrer Sprache haben sich geographische Namen erhalten, die der Ort Tiryns und Korinth z.B., der Insel Zakynthos, der Flüsse Kephisos und l1issos. Burgen waren allerdings noch selten, Städte gab es überhaupt nicht, nur kleine Siedlungen in natürlich geschützter Lage.

II.   DIE HELLENEN BESIEDELN GRIECHENLAND
 

In diese bäuerliche Kultur brachen im 2.Jahrtausend v. Chr. die Hellenen, die zur großen indogermanischen Völkerfamilie gehörten, als neue Zuwanderer ein. Sie kamen aber wahrscheinlich nicht in einem großen Heereszug, sondern im Laufe vieler Jahrzehnte in Gruppen, Sippen oder kleinen Stammesgemeinschaften, nach Griechenland. Wenn sie unbebautes Land fanden blieben sie dort und zogen erst weiter, wenn der Boden nur mehr schwache Ernte ergab. Griechenland war noch nicht dicht besiedelt, die höheren Bergzüge noch ganz unbewohnt.
Nur an den günstigen Stellen hatte zunächst eine einzelne Familie ihr Haus erbaut, dann die Söhne
ihre Wohnstätten errichtet, so dass erst nach einigen Generationen ein Dorf entstanden war. Das sagt auch Aristoteles (Politik 1,2): "Das Dorf scheint hauptsächlich sich aus einer natürlichen Ansiedlung einer Familie gebildet zu haben, und manche Leute nennen die Bewohner desselben Dorfes "Milchbrüder" und "Kindeskinder"."
In den wichtigsten Siedlungen entstanden mächtige Königsburgen.


Die einzelnen Könige waren grundsätzlich gleichberechtigt, auch wenn zeitweise der König von Mykene die Oberherrschaft innehatte. Deshalb wird diese Zeit auch als mykenische Kultur bezeichnet. Auch in Athen wurde eine sogenannte mykenische Königsburg errichtet, die 1150 v.Chr. von den Dorern zerstört wurde. Die Dorer zogen unter dem Druck anderer Völker des Nordens nach Süden in das Gebiet der mykenischen Kultur . Die Dorer hatten gegenüber den Mykenern den Vorteil, dass sie bereits Eisenwaffen besaßen, wohingegen sich die Mykener mit Bronzewaffen begnügen mussten.
Die um das Jahr 1000 v. Chr. einsetzende Epoche nennt man wegen den sowohl mangelnden Quellen als auch (Homer) wegen des anscheinend niedrigen Lebensniveaus die "Dunklen Jahrhunderte" . Athen spielte zu dieser Zeit noch eine marginale Rolle, obwohl es mit der Keramik geometrischen Stils bereits die erste große eigenständige Leistung auf künstlerischem Gebiet hervorbrachte.
Doch natürlich blieb Athen nicht nur ein Dorf es wurde durch das Handeln mit Oliven und Tonwaren, wofür sie dann das lebenswichtige Getreide bekamen, schnell auch zu einem neuen Handelszentrum in ganz Griechenland. Vor allem die Töpfer in Athen waren wegen der Festigkeit und des Glanzes ihrer Keramik in ganz Griechenland berühmt. So wurde Athen im 8. Jahrhundert v. Chr. schließlich eine sogenannte Polis (=Stadt). Unter Polis verstand man aber in den weit überwiegend agrarischen Verhältnissen der älteren Zeit eher ein geschützt gelegenes, meist auch künstlich befestigtes Großdorf.
Trotz der Zerstörung der mykenischen Königsburg in Athen (ca. 1150 v. Chr.) gab es dort noch Könige.
Sie versuchten immer wieder die gesamte Landschaft Attika, in der die Stadt Athen liegt, unter ihrer Führung zu vereinigen.
Nachdem dies gelungen war, siedelten die adligen Herrscher aus dem Umland nach Athen über.
Dadurch entstand eine neue Schicht, der Stadtadel, der um 700 v. Chr. das Königtum abschaffte und eine Adelsherrschaft ("Aristokratie") einführte. Von dieser wurden drei Männer ("Archonten") zu den höchsten Beamten des Staates gewählt. Der oberste dieser drei trug zwar den Titel "König" ("basileu?w"), doch dieser war nur noch für die religiösen Kulte zuständig. Die eigentliche macht lag bei den beiden anderen, von denen der eine den Staat regierte und der andere das Heer befehligte. In dieser Zeit gab es keine staatl. Gerichte, sondern die Rechtsprechung übernahm - jeweils im Bereich ihres eigenen Grundbesitzes - jede Adelsfamilie selbst. Dadurch kam es natürlich oft zu Ungerechtigkeiten, wenn die Richter nur die Interessen ihrer jeweiligen Familie vertrat. Hinzu kam auch noch, dass die Bauern bei den adligen Grundbesitzern einen großen Teil der Ernte als Pacht abliefern mussten. Wenn sie das aber nicht schafften, weil z.B. die Ernte schlecht war, wurde ihnen die fehlende Menge als Schulden angeschrieben. Wurden diese Schulden irgendwann zu hoch, verlor der Schuldner seine Freiheit, und man verkaufte ihn als Sklave ins Ausland.
Im Laufe der Zeit wurde die Verschuldung der Bauern so hoch und ihre wirtschaftliche Not so groß, dass beinahe die ganze Wirtschaft zusammengebrochen wäre. Damit war das Bestehen des gesamten Staates bedroht.


III.  VON SOLON BIS KLEISTHENES

In dieser Situation erhielt 594 v. Chr . für ein Jahr lang der Adlige Solon    alle Vollmachten zur Reform des Staatswesens.
Als Erstes befreite er alle Bauern von ihren Schulden. Aus Athen geflohene Bauern durften zurückkehren, die versklavten wurden auf Staatskosten zurückgekauft. Eine Reform des Grundbesitzes gab es allerdings nicht, obwohl viele das forderten. Danach zwang Solon die Adligen ihre Macht mit den Bürgern zu teilen, die für diesen Zweck nach ihrem Reichtum in vier Klassen aufgeteilt wurden. Die reichsten Bürger erhielten die meisten Rechte, die ärmsten Bürger die wenigsten. Schließlich wurden alle Gesetze in einem Buch aufgeschrieben, und der Staat übernahm die Rechtsprechung. Nun konnte sich jeder Bürger an die Gerichte wenden und sein Recht einklagen. Als Folge dieser Reformen ging die Adelsherrschaft in eine Herrschaft der Reichen
(" Timokratie") über. Da die Adligen selbst aber die reichen Bürger waren, behielten sie ihre Macht. Deshalb hielt die Unzufriedenheit bei den ärmeren Bürgern an. Es kam schließlich zu Unruhen, in deren Verlauf 560 v. Chr . Peisistratos mit Unterstützung der kleinen Bauern gewaltsam die Alleinherrschaft(" Tyrannis") erlangte. Er schränkte die Macht der Adligen stark ein und weitete die Rechte der Bauern aus. Danach kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der Athen zu großem Wohlstand verhalf.
Die Söhne des Peisitratos, Hippias und Hipparchos, hatten große Schwierigkeiten, sich gegen die Opposition anderer Adliger und vor allem eines zu Geld und Wohlstand gelangten Bürgertums zu behaupten. Hipparchos fiel 514 v. Chr . einem Attentat zum Opfer. Weil dessen Schwester nicht Korbträgerin beim Panathenäenfest sein durfte, tötete der Athener Harmodios zusammen mit seinem Freund Aristogeiton.
Hipparchos und leitete somit den Prozess der Befreiung der Stadt ein. Hippias musste vier Jahre später aus Athen fliehen. Die Alleinherrschaft dauerte unter Peisistratos und seinen Nachfolgern genau 50 Jahre, bevor der letzte Tyrann mit militärischer Hilfe der Spartaner gestürzt wurde.
Nun wurde der Athener Kleisthenes mit der Erneuerung des Staates beauftragt. Ab 509 v. Chr . schuf er schrittweise die erste Volksherrschaft ("Demokratie"). Die Einführung der Demokratie wäre beinahe noch durch den Einmarsch der Spartaner in Athen verhindert worden, doch zwang die Einigkeit des athenischen Volkes die Spartaner schließlich zum Rückzug.

IV.   DIE KÖNIGE ATHENS

Urkönig Kekrops: Unter ihm entstanden die erste Volkszählung und die ersten Gesetze, die Einführung
der Einehe. Kekrops und Athene
Kranaos: Die griechische Sintflut fiel in seine Zeit.
Amphiktyon
Erichthonins (Schlangengestalt)
Pandion

 

Erechtheus
 
 
 
 

Die Chorenhalle auf der Akropolis
 
 
 

Kekrops II.
Pandion II.
Aigeus: regiert Athen bis er sich ins Meer stürzt, weil er Schiffe mit schwarzen Segeln ankommen sieht und denkt, die Exkursion seines Sohnes Theseus sei fehlgeschlagen und dieser verunglückt. Name des Ägäischen Meers beruht auf diesem Mythos.
Theseus: Er fasst alle Bewohner Attikas im Staatsverband Athen durch Zusammensiedlung (Synoikismos) zusammen. Theseus ist der Held der Athener, er tötet Minotaurus, welches die Tributpflicht Athens gegenüber Kreta beendet, er kämpft außerdem gegen die Kentauren, mit Herakles gegen die Amazonen, und entführt die junge Helena aus Sparta nach Attika. Er wird von seinem Gastgeber König Lykomedes auf der Insel   Skyros getötet.
Thymoites
Kodros, Medon
Neleus und Androklos: Besiedlung der kleinasiatischen Westküste.

V.    DAS FÜNFTE JAHRHUNDERT VOR CHRISTUS
 

Athens Aufstieg wurde vor allem durch die Perserkriege ( 492 - 448 v. Chr. ) Gefördert. Die Macht, die Athen durch viele Siege gegen die Weltmacht Persien erwarb, brachte die Stadt für weitere 50 Jahre zum Blühen.

Ablauf der Perserkriege:
500 v. Chr. entstand der Ionische Aufstand, der von der Stadt Milet ausging. Nach 6 Jahren wurde dieser aber von den Persern gebrochen und Milet erobert.  Gründe   für diese Eroberung waren vorwiegend die Uneinigkeit der Griechen und die fehlende Unterstützung des Mutterlandes, mit Ausnahme der beiden Städte Athen und Eretria, die zusammen 15 Schiffe schickten. Dieses Verhalten beiden wurde von Perserkönig Dareios als Provokation zweier politischer  Zwerge als Vorwand zum Einmarsch in Griechenland aus "Sicherheitsgründen" zum Schutz der Westflanke verwendet.
So wurde der 1. Feldzug unter Marodius zur Sicherung der nördlichen Gebiete Thrakien und Makedonien gestartet, wobei noch niemand an deinen Angriff auf Griechenland dachte. Währenddessen begann Dareios mit Einschüchterungsversuchen, was ihm allerdings keinen Erfolg einbrachte. Seinerseits kam der Weltmacht das "kleine Athen" mit Provokationen entgegen: Persische Unterhändler forderten Wasser und Erde als Zeichen der Unterwerfung, sie wurden als Antwort   der Athener kurzerhand in einen Brunnen geworfen, um sich dort zu bedienen.
490 v. Chr. 2. Feldzug: Militärischer Vorgang gegen Athen und Eretria. Als Vorwand diente die "Einmischung" im Ionischen Aufstand = Eroberung Eretrias, Vernichtung und Versklavung. Auf den Rat von Hippias von Peisistratos, der als Tyrann von Persien Gnaden für seine Vaterstadt ausersehen hatte, landete die Weltmacht am Strand von Marathon. Die Athener versteckten sich und schlugen unter der Führung des Militades das persische Aufgebot. Der Rest der Perser versuchte über See die Stadt zu erreichen, wurde aber vom athenischen Heer zurückgeschlagen. Auf der 42,5 km langen Strecke von Marathon nach Athen zogen sich schließlich die Hopliten zurück, Persien gab auf.
 
 

Athen wurde über Nacht zur Großmacht.

Sparta sah nun seine Landmachtstellung in Griechenland gefährdet und es kam zu mehreren Zwistigkeiten zwischen den beiden innergriechischen Mächten. Sparta - Athen. Marathon wurde zur Keimzelle des Konflikts, der sich im Peloponnesischen Krieg so grausam entlud.
481 schlossen sich abwehrwillige Griechen dem Heer an, das die Hälfte aller Bewohner ausmachte.
Der Rest blieb neutral oder lief zu den Persern über. 480 begann der erwartete Krieg. Die Perser besetzten kampflos Nordgriechenland und nach und nach Mittelgriechenland.
Am 28. September kam es zur Entscheidung nach Themistokles Plan gegen den Widerstand der Spartaner.
Die wenigen Kriegsschiffe der Athener besiegten nach einem zwölf Stunden langen Kampf die zahlenmäßig überlegene persische Flotte.
Xerxes verließ den Kriegsschauplatz. Der Eroberungsversuch Griechenlands 479 v. Chr. scheiterte bei Plataitai (Platäa). Die Entscheidung des Krieges wurde bald getroffen, dennoch war derzeit von einem Ende des Krieges nicht abzusehen, da ein Friedensvertrag erst 448 v. Chr. zustande kam (KaIliasfriede ). Währenddessen wurde unter den misstrauischen Augen Spartas der Seebund 477 v. Chr. zwischen Athen, den Insel- und den kleinasiatischen Griechen geknüpft. Von Bundesgenossen wurden Steuern geleistet, die Aristides "der Gerechte" festlegte, oder Schiffe gesteht. Durch dieses Instrument, zu dem in der Blütezeit 400 Polis gehörten, vergrößerte Athen mehr und mehr seinen Einflussbereich, zunächst unter dem spartafeindlichen Themistokles, dann unter dem spartafreundlichen Kimon, dem Sohn des Marathonsiegers Miltiades. Der jedoch stürzte 461 und es kam zu einem außenpolitischen Kurswechsel.
Um einen Zweifrontenkrieg Sparta: Persien und Athen zu vermeiden, schloss Athen einen 50- jährigen Waffenstillstand mit Sparta.
Kurz vor dem peloponnesischen Krieg nahm jedoch die Rivalität zwischen Sparta und Athen drastisch zu, so dass der Krieg begann und schließlich nach mehreren Kämpfen Sparta als Sieger hervorging. Jedoch auch Sparta konnte seine Stellung nicht lange halten. Der makedonische König Philip 2. brachte bis 338 v. Chr. alle griechischen Stadtstaaten - selbst Athen - unter seine Kontrolle. Damit war das Ende der klassischen griechischen Kultur besiegelt.
 
 
 

Gründe für Athens Erfolge in den Perserkriegen:

- Perfekte Kriegsstrategien:

Athen ließ sich von den Einschüchterungsversuchen Persiens nicht beeindrucken, obwohl Persien eine bedeutende Weltmacht war. Die Athener entwickelten clevere Strategien, sei es der Angriff aus dem Hinterhalt oder die Blitzattacke. Sie ließen den Gegner gewähren bis der richtige Zeitpunkt für einen Kampf gekommen ist; dies brachte ihnen daher Vorteile, da sie das Gelände bestimmen und sich so die feindlichen Truppen in ihrer Macht nicht entfalten konnten.

- Hervorragende militärische Leitung:

Miltiades, Stratege auf Seiten der Athener, führte sein Heer zum 1. bedeutenden Schlag gegen die Perser.
Durch einen Sieg verpasste Athen der Weltmacht erstmals einen Dämpfer, sowohl auf Landes- als auch auf  Seebene.
Unter Themistokles wurde 480 die Seeschlacht innerhalb von 12 Stunden entschieden; eine Glanzleistung, da Athen bei weitem in Unterzahl war. Gelingen konnte Themistokles Plan auf Grund des Platzmangels beim großen Heer der Perser. Durch den sorgfältig gewählten Kriegsschauplatz gab es keine Entfaltungsmöglichkeit des Gegners und Athen konnte dessen Schiffe nach und nach zerstören.

- Ein ungebrochener Wille zur Freiheit:

Sehr selbstsicher gingen die Athener vor. Sie ließen sich nur schwer von den Gegnern beeindrucken und setzten kühn ihren Willen durch. Um Athen vor Persien zu bewahren schlossen sich Teile der Bevölkerung dem Heer an.

- Gut ausgebildete Kriegseinheiten:

Athen besaß ein gut ausgebildetes Heer und die bei weitem beste Flotte. Vor allem die Flotte, die man
innerhalb von 2 Jahren mit 200 Schiffen aufgestockt hatte, gehörte zu den Ausschlag gebenden Einheiten während den Kriegen.

- Viel Glück und eventuell die Gunst der Götter.
 
 
 
 
 
 
 
 

VI.   PERIKLES

447 versucht Perikles eine allgemeine Friedensverhandlung in ganz Griechenland abzuhalten. Doch die Verhandlung scheitert, da sich Sparta weigert, daran teilzunehmen. Als der 5 -jährige Friedensvertrag zwischen Athen und Sparta abgelaufen war, nutzte Sparta die Gelegenheit und überfiel mehrere Städte im attischen Reich. Sparta erzwang damit einen neuen 30 -jährigen Friedensvertrag mit Athen. In diesem musste Athen die Hegemoniestellung Spartas auf der Peloponnes anerkennen. Dafür erkannte Sparta das attische Reich an. Hierdurch wurde Athen neben Persien und Karthago die dritte Großmacht im Mittelmeer und erweiterte seine Hegemoniestellung in Griechenland. Allerdings blieb der Konkurrenzkampf zwischen Sparta und Athen weiterhin bestehen.
Von 443 - 429 war Perikles in Athen an der Macht. Eigentlich sollte in Athen Demokratie herrschen, jedoch wird Perikles zum Monarchen. Er wandelte den attischen Staat um: Er führte Wohlfahrt für Arme ein und errichtete mit dem Geld des attischen Bundes die berühmte Akropolis. Er schuf durch dieses Großprojekt viele Arbeitsplätze und sicherte das Einkommen vieler Athener, belastete damit aber die Finanzen stark.
Außerdem teilte er das Reich in 5 Gebiete und führte in allen Städten des Reiches die Demokratie ein.
431 begann der peloponnesische Krieg. Der Grund dafür war die Verbündung Athens mit Korkyras gegen Sparta und der Angriff Athens auf einen kleinen spartanischen Stadtstaat. Aufgrund dieser Provokation beschloss Sparta mit seinen Verbündeten den Krieg gegen das attische Reich. Um die Überlegenheit Spartas auszugleichen, dachte Perikles sich einen Plan aus: Er wollte die Bevölkerung Attikas hinter langen Mauern in Sicherheit bringen und mit seiner Flotte nur den Peloponnes angreifen, um eine Konfrontation mit dem spartanische Heer zu vermeiden. In den folgenden Jahren kam es zu einigen Kämpfen, unter anderem
fielen Verbündete von Sparta in Attika ein. Die attische Flotte kämpfte am Peloponnes, sie erzielte allerdings keine wirkliche Erfolge. Nur den kleinen spartanischen Stadtstaat konnten die Athener nach zweijähriger Belagerung endlich einnehmen.
429 brach die Pest in Athen aus und vernichtete ein Drittel der Bevölkerung, unter anderem auch Perikles.
Unter Perikles Herrschaft 443- 429 erlebte Athen seine Blütezeit. Er gab der Stadt und seinen Einwohnern die Demokratie und      führte sie zu Reichtum. Er ließ das Wahrzeichen Griechenlands errichten und schuf gleichzeitig durch neue Arbeitsplätze Zufriedenheit und Wohlstand.
Athen wuchs und erblühte als neue Metropole und wurde rasch ein wichtiges Handelszentrum in
der Mittelmeerzone.
Außerdem gab es in Athen zu jeder Jahreszeit genügend zu Essen, da es mit beinahe allen Mittelmeerländern Handelsbeziehungen  hatte.

VII.  THEATER IN ATHEN IM 5. JAHRHUNDERT VOR CHR. 
 

Begriffserklärung:
Theater ist von dem Griechischen Wort jeßatron abgeleitet und bezeichnete ursprünglich den Raum für
die Zuschauer. Später verwendete man das Wort Theater als Gesamtbegriff für Zuschauerraum und Bühne.
Mit Hilfe der theatralischen Künste - Pantomime, Mimik, Gestik, Sprache, Musik und Tanz, unterstützt durch Bühnenausstattung und Kostüm - wird den Zuschauern ein Geschehen unmittelbar und lebendig dargestellt.
Dadurch wirkt das Theater auf alle Sinne des Menschen.

Die Entstehung und Bedeutung des antiken Theaters:

Das in Griechenland entstandene antike bzw . abendländische Theater erreichte in Athen im 5. Jahrhundert
seine erste große Blütezeit. Das klassische griechische Theater wird vor allem durch die drei großen Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides sowie durch die Komödien des Aristophanes repräsentiert.
Im antiken Theater wurde die Politik indirekt angesprochen. Dabei sollte die Isolation der Politik von der Gesellschaft verhindert werden. Das griechische Theater half zu erkennen, was moralisch richtig oder falsch war . Man wurde mit der eigenen Lebenssituation konfrontiert und es schuf Distanz und Ausgleich zum eigenen Leben. Das antike Theater machte den Bürgern die grundsätzlichen Probleme ihres Lebens bewusst. Es sollte aber auch zur Unterhaltung der Menschheit dienen.

Die wesentlichen Merkmale des antiken griechischen Theaters:

Das klassische antike Theater ist durch eine Reihe von Wesensmerkmalen geprägt:
- An erster Stelle ist es ein Festspieltheater. Dieses Merkmal lässt sich am kultisch - religiösen Ursprung des antiken Theaters erkennen.
- Zweitens ist das griechische Theater ein Massentheater. Diese Eigenschaft Geht ebenfalls auf die
kultisch - religiöse Gesellschaft zurück. Die griechischen Festtage waren heilig. Der Besuch der
Theateraufführungen gehörten zur Pflicht des Bürgers. An den großen Dionysien ( den größten Festen zu Ehren des Dionysos) strömten z.B. 14000 bis 17000 Zuschauer in das Theater am Fuße der Akropolis in Athen.
- Das Freilichttheater bildet das dritte Wesensmerkmal des antiken Theaters.
Freilichttheater heißt, dass die Aufführungen unter freiem Himmel stattfanden.
- Viertens wird das griechische Theater als ein der Theater der Konvention bezeichnet.
Das kommt zum Ausdruck in Form von festen Bauformen der griechischen Tragödie und Komödie und reicht über konventionelle Handlungs- und Spielelemente bis hin zu geregelter Schauspielerei und obligatorischem Chor, zu Maske und Einheitsbühne.

Organisation der Theateraufführung:
Die Aufführung von Tragödien und Komödien wurde in Form von Dichterwettbewerben organisiert. Später fanden auch Schauspielwettbewerbe statt. Schauspieler und Bühnenausstattung wurden aus der Staatskasse bezahlt.

Inszenierung:
Die Inszenierung lag in den Händen des Autors. Seine Aufgabe bestand darin, die Regie zu fiihren, die Musik zu komponieren, die Chortänze zu arrangieren und einzustudieren. Außerdem trat er selbst als Schauspieler auf. Später aber überließen die Autoren die szenische Umsetzung ihrer Texte den Theaterpraktikern. Dazu zählten vor allem die Schauspieler.
Im antiken Theater waren alle Rollen durch Männer besetzt, auch Frauenrollen während der gesamten
Aufführung trugen die Schauspieler Masken, die den Schauspielern in kürzester Zeit einen Rollentausch
ermöglichte. Zudem erleichterte sie den Männern die Darstellung von Frauenrollen. Auf der Maske war nur das Wesentlichste abgebildet, da in einem Riesentheater der individuelle Gesichtsausdruck und die Mimik bedeutungslos waren.
Wie die Maske diente auch das Kostüm ursprünglich der kultischen Vermummung und Verwandlung. Später jedoch hatte es vor allem eine ästhetische und bühnentechnische Funktion. In der Tragödie trugen die Helden ein weites, buntgemustertes Prachtgewand mit langen Ärmeln, das bis zu den Füßen reichte. Es verlieh dem tragischen Helden Glanz und Würde. Das Kostüm ermöglichte ebenso wie die Maske einen schnellen Rollenwechsel und erleichterte die Darstellung von Frauenrollen durch Männer.

Schauspieler:
Das griechische Drama ist aus Chortänzen und -liedern entstanden; der Chor prägt auch wesentlich die Aufführungen. Thespis soll dem Chor einen ersten Schauspieler entgegengestellt haben, Aischylos den zweiten und Sophokles schließlich den dritten. In der Folgezeit ist es dann, jedenfalls in der Tragödie, immer bei der Dreizahl der Schauspieler geblieben; nur in Ausnahmefällen konnte ein vierter dazutreten. Für die Komödie ist die Gültigkeit der Dreischauspieler - Regel umstritten.
Die kleine Gruppe der Schauspieler ist hierarchisch gegliedert. Alle Schauspieler sind Männer; wir müssen uns also die großen Frauenrollen des antiken Dramas (Klytaimnestra, Antigone und Medea bis zu Lysistrata) von Männern gespielt denken
Der Staat zahlte die Kosten für die Schauspieler .

Zuschauer:
Das griechische Theater war ein Massentheater. Das griechische Theaterpublikum war ausdauernd
( die Aufführungen dauerten mehrere Tage und jeweils sieben bis neun Stunden) und sachverständig. Man besuchte regelmäßig die Aufführungen und ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer war in irgendeiner Funktion selbst an daran beteiligt gewesen (Choreut, Statist, Bühnenarbeiter; in den Chören wurden beinahe 1200 Sänger gebraucht).

Der Aufbau eines Griechischen Theaters:
Das Kernstück des griechischen Theaters ist die Orchestra, der kreisrunde Tanzplatz des Chores. Das antike Theater ist aus Chortänzen entstanden und wird von der Orchestra nachdrücklich geprägt, deshalb ist die Orchestra der älteste Bestandteil. Sie wird durch das Theatron, dem Zuschauerraum annähernd zur Hälfte umschlossen. Das Theatron zieht sich stufenförmig bis zur Orchestra hinunter und ist durch Quer - und Längsgänge in Sektoren, den so genannten Kerkides eingeteilt. Die Quergänge werden als Diazomata bezeichnet. Die Zuschauerplätze waren nur Vertiefungen in den Stufen des Theatrons, auf denen man sitzen konnte.
Im antiken Theater gab es natürlich auch einen Ehrenplatz - das Prohedrion. Zuerst befand sich dieser
Ehrensitz unmittelbar an der Orchestra. Später verlegte man ihn in den mittleren Rang.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Skene. Das ist das Theatergebäude hinter der Orchestra, das als Umkleideraum für Schauspieler und als Requisitenkammer diente. Die Skene wurde als rückwärts begrenzender Gebäudekomplex archetektonisch ausgestaltet. Vor der Skene befindet sich ein niedriger Anbau aus Pfeilern - das Proskenion. Dieser Anbau ist mit der Skene durch das Logeion verbunden.
Das Logeion ist die Rampe, die das Proskenion nach oben hin abschließt. Später war es der Platz, auf demdie gesamte Haupthandlung ablief. Vorher agierten die Schauspieler auf der Orchestra.
Auf der linken und der rechten Seite der Skene führt ein seitlicher Zugang zur Orchestra. Diese Zugänge nennt man Parados.
Herodes Attikus Theater
 

Vergleich des antiken griechischen Theaters mit dem heutigen Theater

Verglichen mit dem heutigen Theater zeigen sich einige, teils erhebliche Unterschiede:

Das Theater in der damaligen Form fand als eine Art    Wettkampf statt, wobei es darum ging, sich
miteinander zu vergleichen.
Das griechische Theater wurde mehr vom Publikum akzeptiert und sogar staatlich stark gefördert, da
Theatertage damals im Gegensatz zu heute als Festtage galten. Die große Akzeptanz beim Publikum ist
darin begründet, dass so gut wie jeder in irgendeiner Form am Theater teilnahm, bzw. eine Rolle spielte.
. Die Autoren beschäftigten sich so sehr mit ihren eigenen Stücken, dass sie in der Regel selbst eine Rolle übernahmen und so die von ihnen geschaffene Figur besser zum Ausdruck bringen konnten. Es war ihnen möglich, die erfundenen Charaktere genau darzustellen, da sie ja ihrer Phantasie entsprangen.
. Die Dauer der einzelnen Aufführungen war um einiges länger als die heutigen Stücke. Damals ging eine Aufführung über mehrere Tage mit jeweils acht bis neun Stunden, während die heutigen Aufführungen
normalerweise nach höchstens vier Stunden beendet sind.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

VIII. DEMOKRATISCHE RECHTE NICHT FÜR ALLE 

In Athen hatten nur die Bürger politische Rechte.
Bei der Darstellung der Verfassung in Athen wurde von "Bürgern" gesprochen. Was damals ein "Bürger" war, lässt sich nicht so leicht beschreiben wie heute. Der Begriff der Bürger wechselte auch oft. Die beiden unteren Schichten im Staat waren die Metöken und Sklaven, die immer gleich blieb. Veränderungen gab es nur bei der Schicht der Bürger. Die Adelsschicht hatten die ersten politischen Rechte und regierten den Staat.
Die "kleinen Leute", meist Bauern, hatten keine Rechte, galten aber als Bürger. Um 700 v. Chr . machten die Bauern eine Revolution und wollten auch politische Rechte haben. Nach blutigen Kämpfen kam es zu einer Einigung: Die Bürger wurden in vier Klassen eingeteilt:
I. Großgrundbesitzer und Großkaufleute
2. Bauern mit mittelgroßem Landbesitz sowie Kaufleute und Handwerker mit mittlerem Vermögen
3. Kleinbauern und kleine Gewerbetreibende
4. Lohnarbeiter .
Die Besitzlosen, damals meist Lohnarbeiter, wurden auch jetzt nicht zu den untersten Beamtenstellen
zugelassen. Die politische Gleichheit aller Bürger wurde erst um 500 v. Chr. durchgesetzt. Unter Perikles zahlte man den Besitzlosen Diäten, damit sie an der Volksversammlung teilnehmen konnten.

Die Metöken waren minderberechtigt

Die Metöken waren "Zugereiste", d.h. ihre Eltern waren nicht in Athen geboren. Oft wurden sie durch Fleiß und Klugheit reiche Leute, aber sie durften nicht an der Volksversammlung teilnehmen. Vor Gericht durften sie nicht sprechen. Sie mussten sich durch einen Bürger vertreten lassen. Dieser verdiente gut daran, weil er meist hohe Gebühren nahm.

Sklaven waren rechtlos

Sklaven waren Kriegsgefangene und deren Nachkommen. Wie die meisten Völker des Altertums nahmen auch die Athener besiegte  Feinde in ihr Land mit. Dort verkauften sie die Kriegsgefangenen als Sklaven auf dem Markt. In der Schlacht gegen die Perser in Kleinasien 466 v. Chr . machte Kirnon von Athen 20 000 Gefangene, die alle in die Sklaverei verkauft wurden. Die Preise: für eine Knaben 70 Drachmen, für ein Mädchen 100 Drachmen, für einen Handwerker 200 Drachmen. 1 Drachme hatte bei Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen um 450 v. Chr. etwa die Kaufkraft von 10DM.
Auch als alle Bürger gleichberechtigt waren, gab es natürlich noch Unterschiede im Besitz. Reichtum war damals am besten an der Zahl der Sklaven zu erkennen, die ein Bürger besaß.
Sklaven mussten ohne Bezahlung, ohne Anspruch auf Lohn die schweren Arbeiten verrichten oder als Diener jeden Wunsch ihrer Herren erfüllen. Auf den großen Landgütern arbeiteten Tausende von Sklaven. StrengeAufseher trieben sie zur Arbeit an. Die Behandlung der Sklaven war meist schlecht. Sie lebten in gefängnisartigen Kasernen mit schmalen Fenstern, die vom Boden aus mit der Hand nicht zu erreichen waren.
Zur Arbeit gingen sie gefesselt. Auf Stirn und Armen hatten sie das Zeichen ihres Herrn gebrannt.
Die Arbeit dauerte von früh bis Sonnenuntergang. Ruhe- oder Feiertage gab es nicht.
In der Stadt ging es den Sklaven oft besser. Sie lebten im Haushalt der reichen Familien
Manche Athener kauften Sklaven und vermieteten sie dann an Besitzer von Bergwerken oder Landgütern.
Jeder vermietete Sklave brachte monatlich etwa 5 Drachmen. Von drei vermieteten Sklaven konnte ein
Athener leben. Wer tausende von Mitsklaven arbeiten ließ, war ein reicher Mann. Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. konnten sich Sklaven freikaufen, wenn sie irgendwie, z. B. durch eine Belohnung für besondere Treue, zu Geld gekommen waren. Später wurden die Griechen selbst Sklaven der Römer .
Den Menschen ausserhalb des Stadtgebietes wurden keinerlei Rechte zugestanden.
So war die Überführung in die Sklaverei nicht immer das grausamste Schicksal. In der Geschichte Athens wird berichtet, dass in einer verbündeten Stadt, die von Athen abgefallen war, zur Strafe 1000 führende Bürger ohne Gerichtsurteile hingerichtet wurden. Bei der
Eroberung einer anderen Stadt wurden alle Männer getötet und die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft.

Die Stellung der Frau

Sokrates berichtet von einer Unterredung, die er mit einem Athener über die Frage der Hauswirtschaft geführt haben will:
"Aber auch das, mein lieber Ischimachos, . . . möchte ich sehr gern von dir erfahren, ob du selbst deine Frau erzogen hast, so dass sie ist, wie es sein muss, oder ob sie schon in allem unterrichtet war, als du sie von ihrem Vater und ihrer Mutter bekamst."
" Wie hätte sie schon alles verstehen können?" meinte Ischimachos. "Sie war doch noch nicht 15 Jahre alt, als ich sie heiratete. Die Zeit vorher hatte man fürsorglich auf sie aufgepasst, dass sie möglichst wenig sah, hörte und fragte. Ich war schon damit zufrieden, dass sie bei ihrem Kommen bereits verstand, mit Wolle umzugehen und ein Gewand anzufertigen, und dass sie auch schon bei der Spinnarbeit der Dienerinnenzugesehen hatte. Ausserderm war sie in der Magenfrage ganz vorzüglich erzogen, mein lieber Sokrates, was mir bei Mann und Frau die wichtigste Erziehungsfrage zu sein scheint. . . Mir scheinen die Götter dieses Gespann, Mann und Weib genannt, sehr vorsichtig zusammengepasst zu haben, damit es sich durch die Gemeinschaft gegenseitig so viel Nutzen bringe wie möglich. Denn erstens ist dieser Bund geschlossen, um miteinander Kinder zu zeugen, damit die Menschen nicht aussterbe~ Zweitens schaffen sie sich mit den Kindern, die aus diesem Bunde hervorgehen, Stützen für das Alter. . . Da beide Arten von Arbeit nötig sind, die draussen und drinnen, schuf Gott die N atur des Weibes für die Arbeiten im Hause, die des Mannes aber für die Arbeiten ausserhalb des Hauses. Denn der Mann ist mehr dazu geschaffen, Kälte und Wärme zu ertragen.
Daher trug Gott ihm die Arbeiten ausserhalb des Hauses auf. Der Körper der Frau ist weniger widerstandsfähig, deshalb ist sie besser für die Arbeiten im Haus geeignet. "

Wie in anderen griechischen Staaten führten die Frauen in Athen ein ganz zurückgezogenes Leben. Der Mann herrschte uneingeschränkt. Vor der Eheschließung wurde die Tochter nicht um ihre Zustimmung gefragt. Die Eltern bestimmten, wen sie heiraten sollte. Die Frau war rechtlich nicht selbständig. Ihr Vater oder ihr Gatte war ihr Vormund und musste sie auch vor Gericht oder bei den Ämtern vertreten. Die Frau versorgte den Haushalt und zog die Kleinkinder auf. Schulen für Mädchen gab es nicht, auch keine sportliche Ertüchtigung. Es war nicht Sitte, dass die Frau irgendwie hervortrat.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

IX.   DAS ZEITALTER DES HELLENISMUS 

Nach dem Tod Alexanders des Großen im 323 v. Chr. erlebte die griechische Kultur in Teilen Vorderasiens, die Alexander erobert hatte, eine neue Blütezeit. Dieser jahrhundertelange Fortbestand der griechischen Kultur wird das "Zeitalter des Hellenismus" genannt
Hier standen aber nicht mehr nur Städte - wie Milet, Byzanz, Rhodos, Delos und Athen - im Mittelpunkt. Zu Trägem der griechischen Kultur wurden auch Alexandria im Ptolemäerreich, Antiocha und Seleukia im Seleukidenreich und Pergamon in Kleinasien. In den genannten Städten gedieh der Handel, blühte die Kunst und entwickelten sich die Einzelwissenschaften. Auch die Philosophie stand im Hellenismus nicht zurück.
Das Alexanderreich zerfiel in Diadochenreiche; die Bedeutendsten waren die Seleukidenreiche, das der Ptolemäer und der Makedonier. Aber nur Makedonien war ein Nationalstaat, bei den anderen Staaten
handelte es sich um Vielvölkerstaaten, die über andere Länder herrschte. Von ihnen lösten sich auch größere Teile los, die eigene Reiche gründeten.
Von den in Kleinasien entstandenen Mittelstaaten erlangte sich das Königreich Pergamon wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.
Ptolemäer und Seleukiden herrschten absolut. Sie stützten ihre Herrschaft auf Söldner und Berufsbeamte, meist Makedonen oder Griechen, letztere waren zumeist Kaufleute und Gelehrte. Das griechische Denken und die Kultur wurde von Offizieren und Beamten, aus denen sich die Oberschicht herausbildete. Die Jugend dieser Oberschicht wurde in Gymnasien erzogen. Im Handel und Verkehr wurde Griechisch gesprochen, wobei sich aber die anderen Völker, die in den Diadochenstaaten lebten, ihr Eigenleben bewahrten. Nur in Kleinasien und Syrien setzte sich die griechische Sprache und Kultur durch. Diese Gebiete wurden hellenisiert.
Der römischen Expansion konnten die Diadochenstaaten wegen ihrer Uneinigkeit später nicht widerstehen.
 
 
 
 

DIE KUNST DES HELLENISMUS

Die Kunst des Hellenismus bevorzugte das Große. Ein Beispiel :für die Baukunst ist der riesige Tempel
des Apollon in Didyma in Kleinasien, der nie vollendet wurde. Berühmtheit erlangten der Zeusaltar von
Pergarmon und die Laokoongruppe, die in barocker Bewegtheit den Tod des trojanischen Priesters Laokoon und seinen Söhnen darstellt.

DIE PHILOSOPHlE IM HELLENISMUS

Die Philosophie wurde im Zeitalter des Hellenismus vor allem als Lebenskunst und als Anleitung zu einem glücklicheren Leben verstanden.
Die Zyniker lehrten die Verachtung materieller Dinge. Epikur empfahl, das Leben mit Maß zu genießen und Unglück und Schicksal mit Geduld zu ertragen. Zenon aus Zypern begründete die Lehre des Stoizismus, später bei den Römern großen Anklang finden sollte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

X.    BERÜHMTE BAUWERKE  ATHENS
 
 
 Athena Nike Temple / / Erechtheion / / Olympieion / Parthenon / Pnyx / Propylaia /
 


 
 
 

XI.   GESCHICHTE ATHENS VON ROM BIS HEUTE 

In den Jahren 147 - 146 v. Chr . brachte Rom Griechenland unter seine Herrschaft.
Der römische Kaiser Hadrian gründete 117 - 138 die Hadriansstadt rings um das vollendete Olympeion.
Als das Christentum in Griechenland verbreitet wird, ist Athen nur noch ein "Landstädtchen" :
Tempel werden unter Theodosius II. (christlich) 426 in Kirchen umgewandelt, auch antike Kultstätte werden auf seinen Befehl geschlossen. 529 ließ Kaiser Justinian die Athener Universität und die Platonische Akademie schließen.
Athen blieb auch vor Besetzung nicht verschont. Nach den Kreuzzügen (1203 1204) besetzten 1311
katalanische Söldner und 1446 die Venezianer Athen.
Im Jahr 1456 fielen die Türken ein. Unter Sultan Mehmet II. wurde das Partbenon, das schließlich 1687 durch eine venezianische Granate zerstört wurde, in eine Moschee Im1funktioniert. Im Freiheitskampf 1821 können die Griechen für fünf Jahre Athen von den Türken zurück zu erobern.
Nach der endgültigen Räumung der Türken wird Athen 1834 Hauptstadt Griechenlands
( König Otto I. ).
1923 nimmt Athen rund 300 000 Flüchtlinge nach kleinasiatischer Katastrophe auf. In diesem Jahr entstanden auch neue Stadtviertel.
Im Jahr 1945 wird Athen von deutscher Besatzung (1941) befreit.

Heute ist Athen als größte Stadt des Landes Hauptstadt Griechenlands (1834). Die Einwohnerzahl des
Großraums Athen mit der Hafenstadt Piräus entspricht mit 3,5 Millionen einem Viertel der gesamten
griechischen Bevölkerung.
Wie im fünften Jahrhundert vor Christus ist Athen auch im 20./21. Jahrhundert wirtschaftlicher Mittelpunkt in Griechenland und überragende Industrie - und Handelsstadt, wobei der wichtigste Wirtschaftszweig der Tourismus ist. Außerdem hat Athen als kultureller Mittelpunkt Universität, Hochschulen, Akademien, Theater, Museen, Festspiele, Stadion etc. zu bieten. Auch das Oberhaupt der griechisch- orthodoxen Kirche hat seinen Sitz hier .