I.
ERSTE SIEDLUNG BIS ZUR GRÜNDUNG DER POLIS

Nur dürftige Zeugnisse sprechen dafür, dass schon gegen Ende der Altsteinzeit Menschen in Griechenland lebten. Vielleicht gelang ihnen von selbst der grosse Schritt zur Kultur der Jungsteinzeit, doch eher ist anzunehmen, dass der Zuwachs an geistigen und materiellen Gütern im 5 und 4. Jahrtausend vor Christus Einwanderern aus dem Vorderen Orient zu verdanken ist. Diese Leute, wer immer sie auch gewesen sein mögen, sind durch die Reste ihrer Tongefäße nachweisbar; zwar wanderten sie zum Teil noch mit ihren Schafherden, doch sie bebauten auch den Boden. Im 3. Jahrtausend v. Chr . bewohnten sie schon rechteckige Häuser mit einem Herd im Innern, und es dauerte nicht mehr lange, bis sich auf dem Hügel von Tiryns die erste Festungsmauer erhob. Die Bevölkerung Griechenlands war gewiss nicht einheitlich, doch nennt man sie allgemein "ägäisch", ihre Kultur "helladisch". Aus ihrer Sprache haben sich geographische Namen erhalten, die der Ort Tiryns und Korinth z.B., der Insel Zakynthos, der Flüsse Kephisos und l1issos. Burgen waren allerdings noch selten, Städte gab es überhaupt nicht, nur kleine Siedlungen in natürlich geschützter Lage.
II.
DIE HELLENEN BESIEDELN GRIECHENLAND
In diese bäuerliche Kultur brachen im 2.Jahrtausend v. Chr.
die Hellenen,
die zur großen indogermanischen Völkerfamilie gehörten, als
neue Zuwanderer ein. Sie kamen aber wahrscheinlich nicht in einem
großen Heereszug, sondern im Laufe vieler Jahrzehnte in Gruppen,
Sippen oder kleinen Stammesgemeinschaften, nach Griechenland.
Wenn sie unbebautes Land fanden blieben sie dort und zogen erst
weiter, wenn der Boden nur mehr schwache Ernte ergab.
Griechenland war noch nicht dicht besiedelt, die höheren
Bergzüge noch ganz unbewohnt.
Nur an den günstigen Stellen hatte zunächst eine einzelne
Familie ihr Haus erbaut, dann die Söhne
ihre Wohnstätten errichtet, so dass erst nach einigen
Generationen ein Dorf entstanden war. Das sagt auch Aristoteles
(Politik 1,2): "Das Dorf scheint hauptsächlich sich aus
einer natürlichen Ansiedlung einer Familie gebildet zu haben,
und manche Leute nennen die Bewohner desselben Dorfes
"Milchbrüder" und "Kindeskinder"."
In den wichtigsten Siedlungen entstanden mächtige Königsburgen.

Die einzelnen Könige waren grundsätzlich gleichberechtigt, auch
wenn zeitweise der König von Mykene
die Oberherrschaft innehatte. Deshalb wird diese Zeit auch
als mykenische Kultur bezeichnet. Auch in Athen wurde eine
sogenannte mykenische Königsburg errichtet, die 1150 v.Chr. von
den Dorern zerstört wurde. Die Dorer
zogen unter dem Druck anderer Völker des Nordens nach Süden
in das Gebiet der mykenischen Kultur . Die Dorer hatten
gegenüber den Mykenern den Vorteil, dass sie bereits Eisenwaffen
besaßen, wohingegen sich die Mykener mit Bronzewaffen begnügen
mussten.
Die um das Jahr 1000 v. Chr. einsetzende Epoche nennt man wegen
den sowohl mangelnden Quellen als auch (Homer)
wegen des anscheinend niedrigen Lebensniveaus die
"Dunklen Jahrhunderte" . Athen spielte zu dieser Zeit
noch eine marginale Rolle, obwohl es mit der Keramik geometrischen
Stils bereits die erste große eigenständige Leistung auf
künstlerischem Gebiet hervorbrachte.
Doch natürlich blieb Athen nicht nur ein Dorf es wurde durch das
Handeln mit Oliven und Tonwaren, wofür sie dann das
lebenswichtige Getreide bekamen, schnell auch zu einem neuen
Handelszentrum in ganz Griechenland. Vor allem die Töpfer in
Athen waren wegen der Festigkeit und des Glanzes ihrer Keramik in
ganz Griechenland berühmt. So wurde Athen im 8. Jahrhundert v.
Chr. schließlich eine sogenannte Polis
(=Stadt). Unter Polis verstand man aber in den weit überwiegend
agrarischen Verhältnissen der älteren Zeit eher ein geschützt
gelegenes, meist auch künstlich befestigtes Großdorf.
Trotz der Zerstörung der mykenischen Königsburg in Athen (ca.
1150 v. Chr.) gab es dort noch Könige.
Sie versuchten immer wieder die gesamte Landschaft Attika,
in der die Stadt Athen liegt, unter ihrer Führung zu vereinigen.
Nachdem dies gelungen war, siedelten die adligen Herrscher aus
dem Umland nach Athen über.
Dadurch entstand eine neue Schicht, der Stadtadel, der um 700 v.
Chr. das Königtum abschaffte und eine Adelsherrschaft
("Aristokratie") einführte. Von dieser wurden drei
Männer ("Archonten") zu den höchsten Beamten des
Staates gewählt. Der oberste dieser drei trug zwar den Titel
"König" ("basileu?w"), doch dieser war nur
noch für die religiösen Kulte zuständig. Die eigentliche macht
lag bei den beiden anderen, von denen der eine den Staat regierte
und der andere das Heer befehligte. In dieser Zeit gab es keine
staatl. Gerichte, sondern die Rechtsprechung übernahm - jeweils
im Bereich ihres eigenen Grundbesitzes - jede Adelsfamilie
selbst. Dadurch kam es natürlich oft zu Ungerechtigkeiten, wenn
die Richter nur die Interessen ihrer jeweiligen Familie vertrat.
Hinzu kam auch noch, dass die Bauern bei den adligen
Grundbesitzern einen großen Teil der Ernte als Pacht abliefern
mussten. Wenn sie das aber nicht schafften, weil z.B. die Ernte
schlecht war, wurde ihnen die fehlende Menge als Schulden
angeschrieben. Wurden diese Schulden irgendwann zu hoch, verlor
der Schuldner seine Freiheit, und man verkaufte ihn als Sklave
ins Ausland.
Im Laufe der Zeit wurde die Verschuldung der Bauern so hoch und
ihre wirtschaftliche Not so groß, dass beinahe die ganze
Wirtschaft zusammengebrochen wäre. Damit war das Bestehen des
gesamten Staates bedroht.
III.
VON SOLON BIS KLEISTHENES

In dieser Situation erhielt 594 v. Chr . für ein Jahr lang
der Adlige Solon
alle Vollmachten zur Reform
des Staatswesens.
Als Erstes befreite er alle Bauern von ihren Schulden. Aus Athen
geflohene Bauern durften zurückkehren, die versklavten wurden
auf Staatskosten zurückgekauft. Eine Reform des Grundbesitzes
gab es allerdings nicht, obwohl viele das forderten. Danach zwang
Solon die Adligen ihre Macht mit den Bürgern zu teilen, die für
diesen Zweck nach ihrem Reichtum in vier Klassen aufgeteilt
wurden. Die reichsten Bürger erhielten die meisten Rechte, die
ärmsten Bürger die wenigsten. Schließlich wurden alle Gesetze
in einem Buch aufgeschrieben, und der Staat übernahm die
Rechtsprechung. Nun konnte sich jeder Bürger an die Gerichte
wenden und sein Recht einklagen. Als Folge dieser Reformen ging
die Adelsherrschaft in eine Herrschaft der Reichen
("
Timokratie") über. Da die Adligen selbst aber die
reichen Bürger waren, behielten sie ihre Macht. Deshalb hielt
die Unzufriedenheit bei den ärmeren Bürgern an. Es kam
schließlich zu Unruhen, in deren Verlauf 560 v. Chr . Peisistratos
mit Unterstützung der kleinen Bauern gewaltsam die
Alleinherrschaft(" Tyrannis") erlangte. Er schränkte
die Macht der Adligen stark ein und weitete die Rechte der Bauern
aus. Danach kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der
Athen zu großem Wohlstand verhalf.
Die Söhne des Peisitratos, Hippias
und Hipparchos, hatten große Schwierigkeiten, sich gegen die
Opposition anderer Adliger und vor allem eines zu Geld und
Wohlstand gelangten Bürgertums zu behaupten. Hipparchos fiel 514
v. Chr . einem Attentat zum Opfer. Weil dessen Schwester nicht
Korbträgerin beim Panathenäenfest sein durfte, tötete der
Athener
Harmodios zusammen mit seinem Freund Aristogeiton.
Hipparchos und leitete somit den Prozess der Befreiung der Stadt
ein. Hippias musste vier Jahre später aus Athen fliehen. Die
Alleinherrschaft dauerte unter Peisistratos und seinen
Nachfolgern genau 50 Jahre, bevor der letzte Tyrann mit
militärischer Hilfe der Spartaner gestürzt wurde.
Nun wurde der Athener Kleisthenes mit der Erneuerung des Staates
beauftragt. Ab 509 v. Chr . schuf er schrittweise die erste
Volksherrschaft ("Demokratie"). Die Einführung der
Demokratie wäre beinahe noch durch den Einmarsch der Spartaner
in Athen verhindert worden, doch zwang die Einigkeit des
athenischen Volkes die Spartaner schließlich zum Rückzug.
Urkönig Kekrops:
Unter ihm entstanden die erste Volkszählung und die ersten
Gesetze, die Einführung
der Einehe.
Kekrops und Athene
Kranaos: Die griechische Sintflut fiel in seine Zeit.
Amphiktyon
Erichthonins (Schlangengestalt)
Pandion
Erechtheus
Die Chorenhalle auf der Akropolis
Kekrops II.
Pandion II.
Aigeus: regiert Athen bis er sich ins Meer stürzt, weil er
Schiffe mit schwarzen Segeln ankommen sieht und denkt, die
Exkursion seines Sohnes Theseus sei fehlgeschlagen und dieser
verunglückt. Name des Ägäischen Meers beruht auf diesem
Mythos.
Theseus: Er fasst alle Bewohner Attikas im Staatsverband Athen
durch Zusammensiedlung (Synoikismos) zusammen. Theseus ist der
Held der Athener, er tötet Minotaurus, welches die Tributpflicht
Athens gegenüber Kreta beendet, er kämpft außerdem gegen die
Kentauren, mit Herakles gegen die Amazonen, und entführt die
junge Helena aus Sparta nach Attika. Er wird von seinem Gastgeber
König Lykomedes auf der Insel Skyros getötet.
Thymoites
Kodros, Medon
Neleus und Androklos: Besiedlung der kleinasiatischen Westküste.
V.
DAS FÜNFTE JAHRHUNDERT VOR CHRISTUS
Athens Aufstieg wurde vor allem durch die Perserkriege ( 492 - 448 v. Chr. ) Gefördert. Die Macht, die Athen durch viele Siege gegen die Weltmacht Persien erwarb, brachte die Stadt für weitere 50 Jahre zum Blühen.
Ablauf der Perserkriege:
500 v. Chr. entstand der Ionische Aufstand, der von der Stadt Milet
ausging. Nach 6 Jahren wurde dieser aber von den Persern
gebrochen und Milet erobert. Gründe für diese
Eroberung waren vorwiegend die Uneinigkeit der Griechen und die
fehlende Unterstützung des Mutterlandes, mit Ausnahme der beiden
Städte Athen und Eretria, die zusammen 15 Schiffe schickten.
Dieses Verhalten beiden wurde von Perserkönig Dareios als
Provokation zweier politischer Zwerge als Vorwand zum
Einmarsch in Griechenland aus "Sicherheitsgründen" zum
Schutz der Westflanke verwendet.
So wurde der 1. Feldzug unter Marodius zur Sicherung der
nördlichen Gebiete Thrakien und Makedonien gestartet, wobei noch
niemand an deinen Angriff auf Griechenland dachte. Währenddessen
begann Dareios mit Einschüchterungsversuchen, was ihm allerdings
keinen Erfolg einbrachte. Seinerseits kam der Weltmacht das
"kleine Athen" mit Provokationen entgegen: Persische
Unterhändler forderten Wasser und Erde als Zeichen der
Unterwerfung, sie wurden als Antwort der Athener
kurzerhand in einen Brunnen geworfen, um sich dort zu bedienen.
490 v. Chr. 2. Feldzug: Militärischer Vorgang gegen Athen und
Eretria. Als Vorwand diente die "Einmischung" im
Ionischen Aufstand = Eroberung Eretrias,
Vernichtung und Versklavung. Auf den Rat von Hippias von
Peisistratos, der als Tyrann von Persien Gnaden für seine
Vaterstadt ausersehen hatte, landete die Weltmacht am Strand von
Marathon. Die Athener versteckten sich und schlugen unter der
Führung des Militades
das persische Aufgebot. Der Rest der Perser versuchte über See
die Stadt zu erreichen, wurde aber vom athenischen Heer
zurückgeschlagen. Auf der 42,5 km langen Strecke von Marathon
nach Athen zogen sich schließlich die Hopliten zurück, Persien
gab auf.
Athen wurde über Nacht zur Großmacht.
Sparta sah nun seine Landmachtstellung in Griechenland
gefährdet und es kam zu mehreren Zwistigkeiten zwischen den
beiden innergriechischen Mächten. Sparta - Athen. Marathon wurde
zur Keimzelle des Konflikts, der sich im Peloponnesischen Krieg
so grausam entlud.
481 schlossen sich abwehrwillige Griechen dem Heer an, das die
Hälfte aller Bewohner ausmachte.
Der Rest blieb neutral oder lief zu den Persern über. 480 begann
der erwartete Krieg. Die Perser besetzten kampflos
Nordgriechenland und nach und nach Mittelgriechenland.
Am 28. September kam es zur Entscheidung nach Themistokles Plan
gegen den Widerstand der Spartaner.
Die wenigen Kriegsschiffe der Athener besiegten nach einem zwölf
Stunden langen Kampf die zahlenmäßig überlegene persische
Flotte.
Xerxes verließ den Kriegsschauplatz. Der Eroberungsversuch
Griechenlands 479 v. Chr. scheiterte bei Plataitai (Platäa). Die
Entscheidung des Krieges wurde bald getroffen, dennoch war
derzeit von einem Ende des Krieges nicht abzusehen, da ein
Friedensvertrag erst 448 v. Chr. zustande kam (KaIliasfriede ).
Währenddessen wurde unter den misstrauischen Augen Spartas der
Seebund 477 v. Chr. zwischen Athen, den Insel- und den
kleinasiatischen Griechen geknüpft. Von Bundesgenossen wurden
Steuern geleistet, die Aristides "der Gerechte"
festlegte, oder Schiffe gesteht. Durch dieses Instrument, zu dem
in der Blütezeit 400 Polis gehörten, vergrößerte Athen mehr
und mehr seinen Einflussbereich, zunächst unter dem
spartafeindlichen Themistokles, dann unter dem spartafreundlichen
Kimon, dem Sohn des Marathonsiegers Miltiades. Der jedoch
stürzte 461 und es kam zu einem außenpolitischen Kurswechsel.
Um einen Zweifrontenkrieg Sparta: Persien und Athen zu vermeiden,
schloss Athen einen 50- jährigen Waffenstillstand mit Sparta.
Kurz vor dem peloponnesischen Krieg nahm jedoch die Rivalität
zwischen Sparta und Athen drastisch zu, so dass der Krieg begann
und schließlich nach mehreren Kämpfen Sparta als Sieger
hervorging. Jedoch auch Sparta konnte seine Stellung nicht lange
halten. Der makedonische König Philip 2. brachte bis 338 v. Chr.
alle griechischen Stadtstaaten - selbst Athen - unter seine
Kontrolle. Damit war das Ende der klassischen griechischen Kultur
besiegelt.
Gründe für Athens Erfolge in den Perserkriegen:
- Perfekte Kriegsstrategien:
Athen ließ sich von den Einschüchterungsversuchen Persiens nicht beeindrucken, obwohl Persien eine bedeutende Weltmacht war. Die Athener entwickelten clevere Strategien, sei es der Angriff aus dem Hinterhalt oder die Blitzattacke. Sie ließen den Gegner gewähren bis der richtige Zeitpunkt für einen Kampf gekommen ist; dies brachte ihnen daher Vorteile, da sie das Gelände bestimmen und sich so die feindlichen Truppen in ihrer Macht nicht entfalten konnten.
- Hervorragende militärische Leitung:
Miltiades, Stratege auf Seiten der Athener, führte sein Heer
zum 1. bedeutenden Schlag gegen die Perser.
Durch einen Sieg verpasste Athen der Weltmacht erstmals einen
Dämpfer, sowohl auf Landes- als auch auf Seebene.
Unter Themistokles wurde 480 die Seeschlacht innerhalb von 12
Stunden entschieden; eine Glanzleistung, da Athen bei weitem in
Unterzahl war. Gelingen konnte Themistokles Plan auf Grund des
Platzmangels beim großen Heer der Perser. Durch den sorgfältig
gewählten Kriegsschauplatz gab es keine Entfaltungsmöglichkeit
des Gegners und Athen konnte dessen Schiffe nach und nach
zerstören.
- Ein ungebrochener Wille zur Freiheit:
Sehr selbstsicher gingen die Athener vor. Sie ließen sich nur schwer von den Gegnern beeindrucken und setzten kühn ihren Willen durch. Um Athen vor Persien zu bewahren schlossen sich Teile der Bevölkerung dem Heer an.
- Gut ausgebildete Kriegseinheiten:
Athen besaß ein gut ausgebildetes Heer und die bei weitem
beste Flotte. Vor allem die Flotte, die man
innerhalb von 2 Jahren mit 200 Schiffen aufgestockt hatte,
gehörte zu den Ausschlag gebenden Einheiten während den
Kriegen.
- Viel Glück und eventuell die Gunst der Götter.

447 versucht Perikles eine allgemeine Friedensverhandlung in
ganz Griechenland abzuhalten. Doch die Verhandlung scheitert, da
sich Sparta weigert, daran teilzunehmen. Als der 5 -jährige
Friedensvertrag zwischen Athen und Sparta abgelaufen war, nutzte
Sparta die Gelegenheit und überfiel mehrere Städte im attischen
Reich. Sparta erzwang damit einen neuen 30 -jährigen
Friedensvertrag mit Athen. In diesem musste Athen die
Hegemoniestellung Spartas auf der Peloponnes anerkennen. Dafür
erkannte Sparta das attische Reich an. Hierdurch wurde Athen
neben Persien und Karthago die dritte Großmacht im Mittelmeer
und erweiterte seine Hegemoniestellung in Griechenland.
Allerdings blieb der Konkurrenzkampf zwischen Sparta und Athen
weiterhin bestehen.
Von 443 - 429 war Perikles in Athen an der Macht. Eigentlich
sollte in Athen Demokratie herrschen, jedoch wird Perikles zum
Monarchen. Er wandelte den attischen Staat um: Er führte
Wohlfahrt für Arme ein und errichtete mit dem Geld des attischen
Bundes die berühmte Akropolis. Er schuf durch dieses
Großprojekt viele Arbeitsplätze und sicherte das Einkommen
vieler Athener, belastete damit aber die Finanzen stark.
Außerdem teilte er das Reich in 5 Gebiete und führte in allen
Städten des Reiches die Demokratie ein.
431 begann der peloponnesische Krieg. Der Grund dafür war die
Verbündung Athens mit Korkyras gegen Sparta und der Angriff
Athens auf einen kleinen spartanischen Stadtstaat. Aufgrund
dieser Provokation beschloss Sparta mit seinen Verbündeten den
Krieg gegen das attische Reich. Um die Überlegenheit Spartas
auszugleichen, dachte Perikles sich einen Plan aus: Er wollte die
Bevölkerung Attikas hinter langen Mauern in Sicherheit bringen
und mit seiner Flotte nur den Peloponnes angreifen, um eine
Konfrontation mit dem spartanische Heer zu vermeiden. In den
folgenden Jahren kam es zu einigen Kämpfen, unter anderem
fielen Verbündete von Sparta in Attika ein. Die attische Flotte
kämpfte am Peloponnes, sie erzielte allerdings keine wirkliche
Erfolge. Nur den kleinen spartanischen Stadtstaat konnten die
Athener nach zweijähriger Belagerung endlich einnehmen.
429 brach die Pest in Athen aus und vernichtete ein Drittel der
Bevölkerung, unter anderem auch Perikles.
Unter Perikles Herrschaft 443- 429 erlebte Athen seine
Blütezeit. Er gab der Stadt und seinen Einwohnern die Demokratie
und führte sie zu Reichtum. Er
ließ das Wahrzeichen Griechenlands errichten und schuf
gleichzeitig durch neue Arbeitsplätze Zufriedenheit und
Wohlstand.
Athen wuchs und erblühte als neue Metropole und wurde rasch ein
wichtiges Handelszentrum in
der Mittelmeerzone.
Außerdem gab es in Athen zu jeder Jahreszeit genügend zu Essen,
da es mit beinahe allen Mittelmeerländern
Handelsbeziehungen hatte.
VII.
THEATER IN ATHEN IM 5. JAHRHUNDERT VOR CHR.
Begriffserklärung:
Theater ist von dem Griechischen Wort jeßatron abgeleitet
und bezeichnete ursprünglich den Raum für
die Zuschauer. Später verwendete man das Wort Theater als
Gesamtbegriff für Zuschauerraum und Bühne.
Mit Hilfe der theatralischen Künste - Pantomime, Mimik, Gestik,
Sprache, Musik und Tanz, unterstützt durch Bühnenausstattung
und Kostüm - wird den Zuschauern ein Geschehen unmittelbar und
lebendig dargestellt.
Dadurch wirkt das Theater auf alle Sinne des Menschen.
Die Entstehung und Bedeutung des antiken Theaters:
Das in Griechenland entstandene antike bzw . abendländische
Theater erreichte in Athen im 5. Jahrhundert
seine erste große Blütezeit. Das klassische griechische Theater
wird vor allem durch die drei großen Tragiker Aischylos,
Sophokles
und Euripides
sowie durch die Komödien des Aristophanes repräsentiert.
Im antiken Theater wurde die Politik indirekt angesprochen. Dabei
sollte die Isolation der Politik von der Gesellschaft verhindert
werden. Das griechische Theater half zu erkennen, was moralisch
richtig oder falsch war . Man wurde mit der eigenen
Lebenssituation konfrontiert und es schuf Distanz und Ausgleich
zum eigenen Leben. Das antike Theater machte den Bürgern die
grundsätzlichen Probleme ihres Lebens bewusst. Es sollte aber
auch zur Unterhaltung der Menschheit dienen.
Die wesentlichen Merkmale des antiken griechischen Theaters:

Das klassische antike Theater ist durch eine Reihe von
Wesensmerkmalen geprägt:
- An erster Stelle ist es ein Festspieltheater. Dieses Merkmal
lässt sich am kultisch - religiösen Ursprung des antiken
Theaters erkennen.
- Zweitens ist das griechische Theater ein Massentheater. Diese
Eigenschaft Geht ebenfalls auf die
kultisch - religiöse Gesellschaft zurück. Die griechischen
Festtage waren heilig. Der Besuch der
Theateraufführungen gehörten zur Pflicht des Bürgers. An den
großen Dionysien ( den größten Festen zu Ehren des Dionysos)
strömten z.B. 14000 bis 17000 Zuschauer in das Theater am Fuße
der Akropolis in Athen.
- Das Freilichttheater bildet das dritte Wesensmerkmal des
antiken Theaters.
Freilichttheater heißt, dass die Aufführungen unter freiem
Himmel stattfanden.
- Viertens wird das griechische Theater als ein der Theater
der Konvention bezeichnet.
Das kommt zum Ausdruck in Form von festen Bauformen der
griechischen Tragödie und Komödie und reicht über
konventionelle Handlungs- und Spielelemente bis hin zu geregelter
Schauspielerei und obligatorischem Chor, zu Maske und
Einheitsbühne.
Organisation der Theateraufführung:
Die Aufführung von Tragödien und Komödien wurde in Form von
Dichterwettbewerben organisiert. Später fanden auch
Schauspielwettbewerbe statt. Schauspieler und Bühnenausstattung
wurden aus der Staatskasse bezahlt.
Inszenierung:
Die Inszenierung lag in den Händen des Autors. Seine Aufgabe
bestand darin, die Regie zu fiihren, die Musik zu komponieren,
die Chortänze zu arrangieren und einzustudieren. Außerdem trat
er selbst als Schauspieler auf. Später aber überließen die
Autoren die szenische Umsetzung ihrer Texte den
Theaterpraktikern. Dazu zählten vor allem die Schauspieler.
Im antiken Theater waren alle Rollen durch Männer besetzt, auch
Frauenrollen während der gesamten
Aufführung trugen die Schauspieler Masken, die den Schauspielern
in kürzester Zeit einen Rollentausch
ermöglichte. Zudem erleichterte sie den Männern die Darstellung
von Frauenrollen. Auf der Maske war nur das Wesentlichste
abgebildet, da in einem Riesentheater der individuelle
Gesichtsausdruck und die Mimik bedeutungslos waren.
Wie die Maske diente auch das Kostüm ursprünglich der
kultischen Vermummung und Verwandlung. Später jedoch hatte es
vor allem eine ästhetische und bühnentechnische Funktion. In
der Tragödie trugen die Helden ein weites, buntgemustertes
Prachtgewand mit langen Ärmeln, das bis zu den Füßen reichte.
Es verlieh dem tragischen Helden Glanz und Würde. Das Kostüm
ermöglichte ebenso wie die Maske einen schnellen Rollenwechsel
und erleichterte die Darstellung von Frauenrollen durch Männer.
Schauspieler:
Das griechische Drama ist aus Chortänzen und -liedern
entstanden; der Chor prägt auch wesentlich die Aufführungen.
Thespis soll dem Chor einen ersten Schauspieler entgegengestellt
haben, Aischylos den zweiten und Sophokles schließlich den
dritten. In der Folgezeit ist es dann, jedenfalls in der
Tragödie, immer bei der Dreizahl der Schauspieler geblieben; nur
in Ausnahmefällen konnte ein vierter dazutreten. Für die
Komödie ist die Gültigkeit der Dreischauspieler - Regel
umstritten.
Die kleine Gruppe der Schauspieler ist hierarchisch gegliedert.
Alle Schauspieler sind Männer; wir müssen uns also die großen
Frauenrollen des antiken Dramas (Klytaimnestra, Antigone und
Medea bis zu Lysistrata) von Männern gespielt denken
Der Staat zahlte die Kosten für die Schauspieler .
Zuschauer:
Das griechische Theater war ein Massentheater. Das griechische
Theaterpublikum war ausdauernd
( die Aufführungen dauerten mehrere Tage und jeweils sieben bis
neun Stunden) und sachverständig. Man besuchte regelmäßig die
Aufführungen und ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer war
in irgendeiner Funktion selbst an daran beteiligt gewesen
(Choreut, Statist, Bühnenarbeiter; in den Chören wurden beinahe
1200 Sänger gebraucht).
Der Aufbau eines Griechischen Theaters:
Das Kernstück des griechischen Theaters ist
die Orchestra, der kreisrunde Tanzplatz des Chores. Das antike
Theater ist aus Chortänzen entstanden und wird von der Orchestra
nachdrücklich geprägt, deshalb ist die Orchestra der älteste
Bestandteil. Sie wird durch das Theatron, dem Zuschauerraum
annähernd zur Hälfte umschlossen. Das Theatron zieht sich
stufenförmig bis zur Orchestra hinunter und ist durch Quer - und
Längsgänge in Sektoren, den so genannten Kerkides eingeteilt.
Die Quergänge werden als Diazomata bezeichnet. Die
Zuschauerplätze waren nur Vertiefungen in den Stufen des
Theatrons, auf denen man sitzen konnte.
Im antiken Theater gab es natürlich auch einen Ehrenplatz - das
Prohedrion. Zuerst befand sich dieser
Ehrensitz unmittelbar an der Orchestra. Später verlegte man ihn
in den mittleren Rang.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Skene. Das ist das
Theatergebäude hinter der Orchestra, das als Umkleideraum für
Schauspieler und als Requisitenkammer diente. Die Skene wurde als
rückwärts begrenzender Gebäudekomplex archetektonisch
ausgestaltet. Vor der Skene befindet sich ein niedriger Anbau aus
Pfeilern - das Proskenion. Dieser Anbau ist mit der Skene durch
das Logeion verbunden.
Das Logeion ist die Rampe, die das Proskenion nach oben hin
abschließt. Später war es der Platz, auf demdie gesamte
Haupthandlung ablief. Vorher agierten die Schauspieler auf der
Orchestra.
Auf der linken und der rechten Seite der Skene führt ein
seitlicher Zugang zur Orchestra. Diese Zugänge nennt man
Parados.
Herodes Attikus Theater
Vergleich des antiken griechischen Theaters mit dem heutigen Theater
Verglichen mit dem heutigen Theater zeigen sich einige, teils erhebliche Unterschiede:
Das Theater in der damaligen Form fand als eine
Art Wettkampf statt, wobei es darum ging, sich
miteinander zu vergleichen.
Das griechische Theater wurde mehr vom Publikum akzeptiert und
sogar staatlich stark gefördert, da
Theatertage damals im Gegensatz zu heute als Festtage galten. Die
große Akzeptanz beim Publikum ist
darin begründet, dass so gut wie jeder in irgendeiner Form am
Theater teilnahm, bzw. eine Rolle spielte.
. Die Autoren beschäftigten sich so sehr mit ihren eigenen
Stücken, dass sie in der Regel selbst eine Rolle übernahmen und
so die von ihnen geschaffene Figur besser zum Ausdruck bringen
konnten. Es war ihnen möglich, die erfundenen Charaktere genau
darzustellen, da sie ja ihrer Phantasie entsprangen.
. Die Dauer der einzelnen Aufführungen war um einiges länger
als die heutigen Stücke. Damals ging eine Aufführung über
mehrere Tage mit jeweils acht bis neun Stunden, während die
heutigen Aufführungen
normalerweise nach höchstens vier Stunden beendet sind.
VIII.
DEMOKRATISCHE RECHTE NICHT FÜR ALLE
In Athen hatten nur die Bürger politische Rechte.
Bei der Darstellung der Verfassung in Athen wurde von
"Bürgern" gesprochen. Was damals ein
"Bürger" war, lässt sich nicht so leicht beschreiben
wie heute. Der Begriff der Bürger wechselte auch oft. Die beiden
unteren Schichten im Staat waren die Metöken und Sklaven, die
immer gleich blieb. Veränderungen gab es nur bei der Schicht der
Bürger. Die Adelsschicht hatten die ersten politischen Rechte
und regierten den Staat.
Die "kleinen Leute", meist Bauern, hatten keine Rechte,
galten aber als Bürger. Um 700 v. Chr . machten die Bauern eine
Revolution und wollten auch politische Rechte haben. Nach
blutigen Kämpfen kam es zu einer Einigung: Die Bürger wurden in
vier Klassen eingeteilt:
I. Großgrundbesitzer und Großkaufleute
2. Bauern mit mittelgroßem Landbesitz sowie Kaufleute und
Handwerker mit mittlerem Vermögen
3. Kleinbauern und kleine Gewerbetreibende
4. Lohnarbeiter .
Die Besitzlosen, damals meist Lohnarbeiter, wurden auch jetzt
nicht zu den untersten Beamtenstellen
zugelassen. Die politische Gleichheit aller Bürger wurde erst um
500 v. Chr. durchgesetzt. Unter Perikles zahlte man den
Besitzlosen Diäten, damit sie an der Volksversammlung teilnehmen
konnten.
Die Metöken waren minderberechtigt
Die Metöken waren "Zugereiste", d.h. ihre Eltern waren nicht in Athen geboren. Oft wurden sie durch Fleiß und Klugheit reiche Leute, aber sie durften nicht an der Volksversammlung teilnehmen. Vor Gericht durften sie nicht sprechen. Sie mussten sich durch einen Bürger vertreten lassen. Dieser verdiente gut daran, weil er meist hohe Gebühren nahm.
Sklaven waren rechtlos
Sklaven waren Kriegsgefangene und deren Nachkommen. Wie die
meisten Völker des Altertums nahmen auch die Athener
besiegte Feinde in ihr Land mit. Dort verkauften sie die
Kriegsgefangenen als Sklaven auf dem Markt. In der Schlacht gegen
die Perser in Kleinasien 466 v. Chr . machte Kirnon von Athen 20
000 Gefangene, die alle in die Sklaverei verkauft wurden. Die
Preise: für eine Knaben 70 Drachmen, für ein Mädchen 100
Drachmen, für einen Handwerker 200 Drachmen. 1 Drachme hatte bei
Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen um 450 v. Chr. etwa die
Kaufkraft von 10DM.
Auch als alle Bürger gleichberechtigt waren, gab es natürlich
noch Unterschiede im Besitz. Reichtum war damals am besten an der
Zahl der Sklaven zu erkennen, die ein Bürger besaß.
Sklaven mussten ohne Bezahlung, ohne Anspruch auf Lohn die
schweren Arbeiten verrichten oder als Diener jeden Wunsch ihrer
Herren erfüllen. Auf den großen Landgütern arbeiteten Tausende
von Sklaven. StrengeAufseher trieben sie zur Arbeit an. Die
Behandlung der Sklaven war meist schlecht. Sie lebten in
gefängnisartigen Kasernen mit schmalen Fenstern, die vom Boden
aus mit der Hand nicht zu erreichen waren.
Zur Arbeit gingen sie gefesselt. Auf Stirn und Armen hatten sie
das Zeichen ihres Herrn gebrannt.
Die Arbeit dauerte von früh bis Sonnenuntergang. Ruhe- oder
Feiertage gab es nicht.
In der Stadt ging es den Sklaven oft besser. Sie lebten im
Haushalt der reichen Familien
Manche Athener kauften Sklaven und vermieteten sie dann an
Besitzer von Bergwerken oder Landgütern.
Jeder vermietete Sklave brachte monatlich etwa 5 Drachmen. Von
drei vermieteten Sklaven konnte ein
Athener leben. Wer tausende von Mitsklaven arbeiten ließ, war
ein reicher Mann. Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. konnten sich
Sklaven freikaufen, wenn sie irgendwie, z. B. durch eine
Belohnung für besondere Treue, zu Geld gekommen waren. Später
wurden die Griechen selbst Sklaven der Römer .
Den Menschen ausserhalb des Stadtgebietes wurden keinerlei Rechte
zugestanden.
So war die Überführung in die Sklaverei nicht immer das
grausamste Schicksal. In der Geschichte Athens wird berichtet,
dass in einer verbündeten Stadt, die von Athen abgefallen war,
zur Strafe 1000 führende Bürger ohne Gerichtsurteile
hingerichtet wurden. Bei der
Eroberung einer anderen Stadt wurden alle Männer getötet und
die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft.
Die Stellung der Frau
Sokrates berichtet von einer Unterredung, die er mit einem
Athener über die Frage der Hauswirtschaft geführt haben will:
"Aber auch das, mein lieber Ischimachos, . . . möchte ich
sehr gern von dir erfahren, ob du selbst deine Frau erzogen hast,
so dass sie ist, wie es sein muss, oder ob sie schon in allem
unterrichtet war, als du sie von ihrem Vater und ihrer Mutter
bekamst."
" Wie hätte sie schon alles verstehen können?" meinte
Ischimachos. "Sie war doch noch nicht 15 Jahre alt, als ich
sie heiratete. Die Zeit vorher hatte man fürsorglich auf sie
aufgepasst, dass sie möglichst wenig sah, hörte und fragte. Ich
war schon damit zufrieden, dass sie bei ihrem Kommen bereits
verstand, mit Wolle umzugehen und ein Gewand anzufertigen, und
dass sie auch schon bei der Spinnarbeit der Dienerinnenzugesehen
hatte. Ausserderm war sie in der Magenfrage ganz vorzüglich
erzogen, mein lieber Sokrates, was mir bei Mann und Frau die
wichtigste Erziehungsfrage zu sein scheint. . . Mir scheinen die
Götter dieses Gespann, Mann und Weib genannt, sehr vorsichtig
zusammengepasst zu haben, damit es sich durch die Gemeinschaft
gegenseitig so viel Nutzen bringe wie möglich. Denn erstens ist
dieser Bund geschlossen, um miteinander Kinder zu zeugen, damit
die Menschen nicht aussterbe~ Zweitens schaffen sie sich mit den
Kindern, die aus diesem Bunde hervorgehen, Stützen für das
Alter. . . Da beide Arten von Arbeit nötig sind, die draussen
und drinnen, schuf Gott die N atur des Weibes für die Arbeiten
im Hause, die des Mannes aber für die Arbeiten ausserhalb des
Hauses. Denn der Mann ist mehr dazu geschaffen, Kälte und Wärme
zu ertragen.
Daher trug Gott ihm die Arbeiten ausserhalb des Hauses auf. Der
Körper der Frau ist weniger widerstandsfähig, deshalb ist sie
besser für die Arbeiten im Haus geeignet. "
Wie in anderen griechischen Staaten führten die Frauen in
Athen ein ganz zurückgezogenes Leben. Der Mann herrschte
uneingeschränkt. Vor der Eheschließung wurde die Tochter nicht
um ihre Zustimmung gefragt. Die Eltern bestimmten, wen sie
heiraten sollte. Die Frau war rechtlich nicht selbständig. Ihr
Vater oder ihr Gatte war ihr Vormund und musste sie auch vor
Gericht oder bei den Ämtern vertreten. Die Frau versorgte den
Haushalt und zog die Kleinkinder auf. Schulen für Mädchen gab
es nicht, auch keine sportliche Ertüchtigung. Es war nicht
Sitte, dass die Frau irgendwie hervortrat.
IX.
DAS ZEITALTER DES HELLENISMUS
Nach dem Tod Alexanders des Großen im 323 v. Chr. erlebte die
griechische Kultur in Teilen Vorderasiens, die Alexander erobert
hatte, eine neue Blütezeit. Dieser jahrhundertelange Fortbestand
der griechischen Kultur wird das "Zeitalter des
Hellenismus" genannt
Hier standen aber nicht mehr nur Städte - wie Milet, Byzanz,
Rhodos, Delos und Athen - im Mittelpunkt. Zu Trägem der
griechischen Kultur wurden auch Alexandria im Ptolemäerreich,
Antiocha und Seleukia im Seleukidenreich und Pergamon in
Kleinasien. In den genannten Städten gedieh der Handel, blühte
die Kunst und entwickelten sich die Einzelwissenschaften. Auch
die Philosophie stand im Hellenismus nicht zurück.
Das Alexanderreich zerfiel in Diadochenreiche; die Bedeutendsten
waren die Seleukidenreiche, das der Ptolemäer und der
Makedonier. Aber nur Makedonien war ein Nationalstaat, bei den
anderen Staaten
handelte es sich um Vielvölkerstaaten, die über andere Länder
herrschte. Von ihnen lösten sich auch größere Teile los, die
eigene Reiche gründeten.
Von den in Kleinasien entstandenen Mittelstaaten erlangte sich
das Königreich Pergamon wirtschaftliche und kulturelle
Bedeutung.
Ptolemäer und Seleukiden herrschten absolut. Sie stützten ihre
Herrschaft auf Söldner und Berufsbeamte, meist Makedonen oder
Griechen, letztere waren zumeist Kaufleute und Gelehrte. Das
griechische Denken und die Kultur wurde von Offizieren und
Beamten, aus denen sich die Oberschicht herausbildete. Die Jugend
dieser Oberschicht wurde in Gymnasien erzogen. Im Handel und
Verkehr wurde Griechisch gesprochen, wobei sich aber die anderen
Völker, die in den Diadochenstaaten lebten, ihr Eigenleben
bewahrten. Nur in Kleinasien und Syrien setzte sich die
griechische Sprache und Kultur durch. Diese Gebiete wurden
hellenisiert.
Der römischen Expansion konnten die Diadochenstaaten wegen ihrer
Uneinigkeit später nicht widerstehen.
DIE KUNST DES HELLENISMUS
Die Kunst des Hellenismus bevorzugte das Große. Ein Beispiel
:für die Baukunst ist der riesige Tempel
des Apollon in Didyma in Kleinasien, der nie vollendet wurde.
Berühmtheit erlangten der Zeusaltar von
Pergarmon und die Laokoongruppe, die in barocker Bewegtheit den
Tod des trojanischen Priesters Laokoon und seinen Söhnen
darstellt.

DIE PHILOSOPHlE IM HELLENISMUS
Die Philosophie wurde im Zeitalter des Hellenismus vor allem
als Lebenskunst und als Anleitung zu einem glücklicheren Leben
verstanden.
Die Zyniker lehrten die Verachtung materieller Dinge. Epikur
empfahl, das Leben mit Maß zu genießen und Unglück und
Schicksal mit Geduld zu ertragen. Zenon aus Zypern begründete
die Lehre des Stoizismus, später bei den Römern großen Anklang
finden sollte.
X.
BERÜHMTE BAUWERKE ATHENS
Athena Nike Temple / / Erechtheion /
/ Olympieion /
Parthenon / Pnyx
/ Propylaia /
XI.
GESCHICHTE ATHENS VON ROM BIS HEUTE
In den Jahren 147 - 146 v. Chr . brachte Rom Griechenland
unter seine Herrschaft.
Der römische Kaiser Hadrian gründete 117 - 138 die
Hadriansstadt rings um das vollendete Olympeion.
Als das Christentum in Griechenland verbreitet wird, ist Athen
nur noch ein "Landstädtchen" :
Tempel werden unter Theodosius II. (christlich) 426 in Kirchen
umgewandelt, auch antike Kultstätte werden auf seinen Befehl
geschlossen. 529 ließ Kaiser Justinian die Athener Universität
und die Platonische Akademie schließen.
Athen blieb auch vor Besetzung nicht verschont. Nach den
Kreuzzügen (1203 1204) besetzten 1311
katalanische Söldner und 1446 die Venezianer Athen.
Im Jahr 1456 fielen die Türken ein. Unter Sultan Mehmet II.
wurde das Partbenon, das schließlich 1687 durch eine
venezianische Granate zerstört wurde, in eine Moschee
Im1funktioniert. Im Freiheitskampf 1821 können die Griechen für
fünf Jahre Athen von den Türken zurück zu erobern.
Nach der endgültigen Räumung der Türken wird Athen 1834
Hauptstadt Griechenlands
( König Otto I. ).
1923 nimmt Athen rund 300 000 Flüchtlinge nach kleinasiatischer
Katastrophe auf. In diesem Jahr entstanden auch neue
Stadtviertel.
Im Jahr 1945 wird Athen von deutscher Besatzung (1941) befreit.
Heute
ist Athen als größte Stadt des Landes Hauptstadt Griechenlands
(1834). Die Einwohnerzahl des
Großraums Athen mit der Hafenstadt Piräus entspricht mit 3,5
Millionen einem Viertel der gesamten
griechischen Bevölkerung.
Wie im fünften Jahrhundert vor Christus ist Athen auch im
20./21. Jahrhundert wirtschaftlicher Mittelpunkt in Griechenland
und überragende Industrie - und Handelsstadt, wobei der
wichtigste Wirtschaftszweig der Tourismus ist. Außerdem hat
Athen als kultureller Mittelpunkt Universität, Hochschulen,
Akademien, Theater, Museen, Festspiele, Stadion etc. zu bieten.
Auch das Oberhaupt der griechisch- orthodoxen Kirche hat seinen
Sitz hier .