Pentheus in Frauenkleidern mit einer Mänade

 

 

aus: http://www.theaterkritiken.com/Kammerspiele/bakchen.htm 

Am 9.3.06 waren die Griechen der Kollegstufe wieder unterwegs. Die Bakchen, ein Spätwerk des Euripides, stand auf dem Programm der Kammerspiele in München. Die göttliche Bestrafung einer ganzen Stadt (Theben)  für die Verweigerung der Aufnahme des Dionysoskultes wird zu einer apokalyptischen Endzeitvision einer das Irrationale verneinenden Gesellschaft. Es scheint, als hätte orientalische Ekstase keinen Platz in einer durch Scheinwissen geprägten griechischen Gesellschaft. 

Der Inhalt: Dionysos trifft in Theben den alten Kadmos und den Seher Teiresias, welche dem "neuen" Gott und seinem Kult aufgeschlossen gegenüber stehen. Seinem Ruf sind auch die thebanischen Frauen in das Gebirge gefolgt, sie haben die Stadt verlassen. Ihm nachfolgend besetzen seine Mänaden, der Chor, die Stadt. Pentheus, der junge Herrscher, stellt sich dagegen. Er glaubt an seine Rationalität, die Vernunft des ordentlichen Staates, die er mit allen Mitteln aufrechterhalten will. Er glaubt nur an das, was er sieht, und in Dionysos sieht er nur einen Blender und Verblender, keinen Gott. Aber seine Mittel, die direkte Gewalt des Herrschenden, greifen nicht. Um zu sehen, was wirklich vorgeht, und weil ihn das unbekannt Fremde doch lockt, überlässt er sich der Verführung des Dionysos. Die Strafe für seine Verweigerung ist grausam. Seine Mutter Agaue zerreisst ihren Sohn in der Ekstase. ( vgl. Die Bakchen in München — Summa Cultura).

siehe auch : http://zeus.zeit.de/text/2005/50/Bakchen